Musk stellt Position des Model 3 in Tesla Produktportfolio klar + Technische Details + Herstellungsplan

Das Tesla Model 3 mit über 400.000 Reservierungen wird heiß erwartet. Daher gibt jeder Tweet von Tesla CEO und Gründer diesbezüglich Grund zur (Vor-)Freude. So gab heute Nachmittag Musk in einem ‚Tweetstorm‘ ein paar Details über das Model 3 preis. Musk stellt klar, in welcher Position das Model 3 im Vergleich zum bereits verfügbaren Model S steht; und im Vergleich zur Konkurrenz von BMW und Audi. Begründet waren die Tweets auf dem Eindruck Einiger, die denken dass das Model 3 die Nachfolgerversion des Model S werden wird. Das stimmt so nicht.

Im Gegenteil: das Model 3 wird ein kleineres Auto als das 5 Meter lange Model S, mit weniger Reichweite (das Model S 100D ist beispielsweise mit 632 km NEFZ Reichweite angegeben) und weniger Features. Dadurch wird das Model 3 allerdings auch deutlich günstiger. 345 km Reichweite (nach realistischerem EPA Standard) sollen aber auch mit dem Model 3 möglich sein.

Nutzer hinterfragten natürlich die Aussage „wenige Features“. Musk bestätigt allerdings nochmals, dass das Model 3 standardmäßig mit Autopilot-Funktionen ausgestattet ist, und somit künftig autonomes Fahren möglich werden soll. Hindernisse daran sind derzeit noch die Fähigkeiten der Software sowie behördliche Zustimmung.

Im Vergleich zum bisher verfügbaren Konkurrenz-Angebot (auch wenn nicht elektrisch) vergleicht Musk das Model 3 mit dem 3er BMW bwz. dem Audi A4. Das Model S sei vergleichbarer mit einem 5er oder 6er BMW, nur „deutlich schneller, mit mehr Kapazität und Autopilot“.

Enttäuschende Nachrichten gab es aber auch: um die Komplexität bei der Herstellung der ersten Fahrzeuge zu reduzieren (und mit den Auslieferungen rechtzeitig zu beginnen), werden zunächst nur Modelle ohne Allrad-Antrieb (d.h. mit Heckantrieb) hergestellt.

Model 3 Käufer die Allrad-Antrieb bestellen müssen sich leider 6 bis 9 Monate dafür gedulden (Frühjahr / Sommer 2018).

Damit wurde nochmal klar, dass das Model 3 auf effiziente Herstellung getrimmt ist. Dies ist hinsichtlich einer pünktlichen Auslieferung (an der Tesla an der Börse gemessen wird) extrem wichtig.

Seinen besonderen Sinn für Humor stellte Musk mit einem Tweet über die generelle Namensgebung der Fahrzeuge unter Beweis. Ursprünglich sollte das Model 3 nach dem ersten Ford Fahrzeug, dem Model E, benannt werden. Der Namensgebung machte Ford allerdings unmöglich.

BMW stellt Pläne zur Elektrifizierung der Flotte vor

BMW Vorstandsvorsitzender Harald Krüger hat bei der Bilanzpressekonferenz diese Woche Details zur weiteren Elektrifizierung der Flotte bekannt gegeben. Im Rahmen der Konferenz wurde auch die bisherige Entwicklung der hybriden und vollelektrischen Fahrzeuge vorgestellt.

Im Jahr 2016 haben elektrifizierte Fahrzeuge (d.h. Plug-in-Hybride und vollelektrische) rund 2,6% des Absatzes ausgemacht. Laut BMW liegt in manchen EU-Ländern der Marktanteil der Elektroautos bei über 20%. (Leider gibt es keine Details darüber, welche Länder damit gemeint sind).

Ziel 2017: 100.000 elektrifizierte BMW verkaufen

2017 wollen die Münchner 100.000 elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen. Der i3 verkauft sich laut Krüger im Februar 2017 schon 55% besser als im Februar des Vorjahres. Damit gehört laut BMW der i3 „zu den Top 3 der meistverkauften Elektrofahrzeugen weltweit“.

Trotz Rekordumsatz und beachtlichem Wachstum geht die Entwicklung von Elektrofahrzeugen bei BMW allerdings nur schleppend voran. Zwar wird für 2018 ein Facelift des i3 erwartet, ein neues BMW i Modell wird allerdings nicht vor 2020 oder 2021 erwartet. (Bisher beschränkt sich das Unternehmen darauf, meiner Meinung nach kuriose Konzepte vorzustellen, wie etwa dieses.)

Den Weg den BMW zur Elektrifizierung seiner Flotte anstellt wird Elektromobilität-Fans wohl etwas unzufrieden stimmen. Laut Krüger ist „der Antrieb der Stunde der Plug-in-Hybrid“. Im Jahr 2025 sollen voll elektrische Modelle und Plug-in-Hybride 15 bis 25% des Absatzes ausmachen – was allemal besser ist als die derzeitigen 2,6%.

„Reichweite ist bald kein Kriterium mehr“

Stolz ist BMW darauf, „reinen Elektroantrieb auch in [die] Kernmarken“ einzuführen. Laut Krüger fokussiere sich BMW bei der Entwicklung seiner elektrifizierten Fahrzeuge darauf, „ein Optimum aller relevanten Eigenschaften Reichweite, Sicherheit sowie Dauer und Haltbarkeit der Batterie“ zu erreichen.

An Wasserstoff hängt BMW auch 17 Jahre nach dem Hydrogen 7 weiterhin fest. So arbeitet BMW parallel an der Brennstoffzelle, die sich (angeblich) „besonders für größere Baureihen und lange Distanzen“ eigne. Eine Kleinserie soll es 2021 geben, ab 2025 dann Fahrzeuge mit Brennstoffzelle auch zum regulären Kauf.

Zwei elektrische BMW in den kommenden Jahren

BMW kündigte an, einen vollelektrischen MINI 2019 auf den Markt zu bringen. 2020 soll dann ein vollelektrischer BMW X3 folgen. Die Technologie dafür wird selbst entwickelt: „Die Kompetenz rund um Elektromotoren, Leistungselektronik oder Batteriezellen behalten wir in unserer Hand“. Laut Krüger fahre das Unternehmen damit der Konkurrenz davon, denn „kein Wettbewerber hat eine höhere Eigenleistung bei Elektromobilität“. (Erneut haben damit deutsche Automobilmanager scheinbar Scheuklappen auf, denn Elektromobilität-Branchenprimus Tesla baut zum Beispiel seine Gigafactory mit eigener Batterieproduktion weiter massiv aus).

Anders als Audi unterstützt BMW Projekte für eine öffentliche Ladeinfrastruktur und beteiligt sich in Europa mit anderen Herstellern am Aufbau eines Netzes von Schnellladesäulen.

(Noch) keine Verabschiedung des Verbrennungsmotors

Die Bayern haben erkannt, und gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen im nächsten Jahrzehnt deutlich zunehmen wird. Allerdings will man sich nicht von wartungsintensiven und emmisionsstarken Verbrennungsmotoren verabschieden. Das Unternehmen will lediglich Fahrzeuge mit solchem Antrieb „bis 2025 durchgängig mit elektrischen Rekuperationssystemen von 12 und 48 Volt“ ausstatten.

Tesla lässt Model S 60 und 60D auslaufen

Tesla hat in einem Newsletter mitgeteilt, dass das Model S mit 60 kWh Batterie bis nächsten Monat ausläuft.

Die Option der 60 kWh Batterie wurde im vergangenen Jahr in das Portfolio aufgenommen, um den Einstiegspreis des Model S zu verringern.  Beim Model S mit 60 kWh liegt der Einstiegspreis bisher bei 69.019 € (inkl. MwSt.).

In den Modellen 60 und 60D waren allerdings immer 75 kWh Batterien verbaut, die durch Software auf 60 kWh begrenzt wurden. Kunden konnten sich entsprechend nach Kauf dafür entscheiden, auf die 75 kWh Batterie durch Over the Air Update upzugraden.

Tesla Model S 60 und 60D noch bis April bestellbar

In dem Newsletter teilt Tesla mit, dass noch bis zum 16. April 2017 das Model S mit 60 kWh bestellbar ist. Danach wird die Einstiegsvariante wohl das Model S mit 75 kWh Batterie (75 bzw. 75D) sein. Tesla begründet die Entscheidung damit, dass Kunden die 75 kWh Option im Vergleich zur 60 kWh Option bevorzugt haben.

Allerdings ist es auch möglich, dass die 60 kWh Version ausläuft, um eine größere Unterscheidungskraft zum Model 3 zu bieten. Das Model 3 soll im Herbst auf den Markt kommen. Auch wenn bisher technische Daten noch unbekannt sind, könnte man durch die Entscheidung spekulieren, dass ein Model 3 mit 60 kWh Batterie das Top-Modell werden wird.

Hier der Newsletter im Klartext:

Vor einem Jahr haben wir das Model S mit der 60 kWh Batterie in unsere Produktpalette aufgenommen, um eine günstigere Alternative und einen vereinfachten Einstieg in die Elektromobilität zu ermöglichen. Wie wir feststellen konnten entschied sich aber die Mehrheit der Kunden für die reichweitenstärkere 75 kWh Variante. Um den Bestellprozess für unsere Kunden zu vereinfachen, nehmen wir daher die 60 kWh Batterie aus unserem Sortiment.

Kunden, die aktuell am 60 kWh Model S interessiert sind, haben jetzt noch bis zum 16. April 2017 Zeit um eine Bestellung zu tätigen. Jedes 60 kWh Model S kann auch später über ein „Over the Air“-Upgrade zu einem 75 kWh Modell aufgerüstet werden.

Volkswagen Konzern investiert 750 Mio. € für Elektromobilität in Kalifornien, Deutschland geht leer aus

Im Rahmen des Abgasskandals muss der Volkswagen Konzern in den USA $2 Milliarden (1,88 Mrd. €) in den Ausbau und die Förderung von Elektromobilität investieren. Davon sollen allein $800 Millionen (750 Mio. €) über die nächsten 10 Jahre verteilt im US-Bundesstaat Kalifornien investiert werden. Im ersten von vier Zyklen, der bis Mitte 2019 geht, werden zunächst $200 Millionen (185 Mio. €) investiert.

Mit der Durchführung der Investitionen hat der Konzern die neu geschaffene Tochter Electrify America beauftragt. Diese hat nun detaillierter bekannt gegeben, wie das Geld in Kalifornien eingesetzt werden wird.

Volkswagen hat sich dazu verpflichtet, bis Mitte 2019 $120 Millionen (112,5 Mio. €) in die Installation von Ladeinfrastruktur zu investieren. In der Pilot-Stadt „Green City“ werden für $44 Millionen (41,2 Mio. €) die Vorteile von Elektromobilität und Car-Sharing präsentiert. In öffentliche Bildungsinitiativen sollen in der ersten der vier Phasen ca. $20 Millionen (18,7 Mio. €) fließen. Die restlichen $16 Millionen (15 Mio. €) stellen Betriebskosten dar.

Mindestens 400 Ladesäulen mit 2.000 bis 3.000 Ladepunkten werden in den nächsten zwei Jahren in Kalifornien installiert. Bereits dieses Jahr wird erwartet, die ersten Ladepunkte in Betrieb zu nehmen.

Volkswagen plant die größte Anzahl der Stationen (350 Stk.), die zwischen 7,2 kW bis 50 kW Leistung erbringen, hauptsächlich an Arbeitsplätzen und öffentlichen Orten (beispielsweise Einkaufszentren) zu installieren. An kalifornischen Autobahnen mit hoher Verkehrsdichte werden 50 weitere Stationen mit 150 kW bis 320 kW Leistung installiert. Damit ist dann ein Laden in weniger als 20 Minuten möglich.

Anders als Tesla Supercharger sollen die von Volkswagen / Electrify America installierten Ladestationen nicht proprietär sein. Somit können auch Fahrer anderer Elektrofahrzeuge dort Strom tanken.

Volkswagen vor Elektromobilität-Wandel in Europa behütet

Während sich in den USA Volkswagen den Behörden biegen und sein beschädigtes Bild in der Öffentlichkeit wiederherstellen muss, gehen die Deutschen leer aus.

In Europa und Deutschland kommt Volkswagen weiterhin seiner Verantwortung weitestgehend davon und zweifelt gar die Gefahr von Stickstoffoxiden an. Für seine europäischen Kunden schließt der Konzern weiterhin Entschädigungen aus.

Die Bemühungen der Volkswagen Gruppe in Sachen Elektromobilität beschränken sich hierzulande darauf, mehr Modelle mit Elektroantrieb bis 2025 zur Verfügung zu stellen.

Noch vor kurzem hatte Audi-Vorstand für Marketing und Vertrieb Dietmar Voggenreiter verkündet, dass er es nicht in der Verantwortung von Audi sehe, beim Ausbau von Ladeinfrastruktur mitzuwirken. „Es ist nicht unsere Aufgabe, in Ladestationen zu investieren“, so Voggenreiter.