BMW stellt Pläne zur Elektrifizierung der Flotte vor

BMW i3 94ah

BMW Vorstandsvorsitzender Harald Krüger hat bei der Bilanzpressekonferenz diese Woche Details zur weiteren Elektrifizierung der Flotte bekannt gegeben. Im Rahmen der Konferenz wurde auch die bisherige Entwicklung der hybriden und vollelektrischen Fahrzeuge vorgestellt.

Im Jahr 2016 haben elektrifizierte Fahrzeuge (d.h. Plug-in-Hybride und vollelektrische) rund 2,6% des Absatzes ausgemacht. Laut BMW liegt in manchen EU-Ländern der Marktanteil der Elektroautos bei über 20%. (Leider gibt es keine Details darüber, welche Länder damit gemeint sind).

Ziel 2017: 100.000 elektrifizierte BMW verkaufen

2017 wollen die Münchner 100.000 elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen. Der i3 verkauft sich laut Krüger im Februar 2017 schon 55% besser als im Februar des Vorjahres. Damit gehört laut BMW der i3 „zu den Top 3 der meistverkauften Elektrofahrzeugen weltweit“.

Trotz Rekordumsatz und beachtlichem Wachstum geht die Entwicklung von Elektrofahrzeugen bei BMW allerdings nur schleppend voran. Zwar wird für 2018 ein Facelift des i3 erwartet, ein neues BMW i Modell wird allerdings nicht vor 2020 oder 2021 erwartet. (Bisher beschränkt sich das Unternehmen darauf, meiner Meinung nach kuriose Konzepte vorzustellen, wie etwa dieses.)

Den Weg den BMW zur Elektrifizierung seiner Flotte anstellt wird Elektromobilität-Fans wohl etwas unzufrieden stimmen. Laut Krüger ist „der Antrieb der Stunde der Plug-in-Hybrid“. Im Jahr 2025 sollen voll elektrische Modelle und Plug-in-Hybride 15 bis 25% des Absatzes ausmachen – was allemal besser ist als die derzeitigen 2,6%.

„Reichweite ist bald kein Kriterium mehr“

Stolz ist BMW darauf, „reinen Elektroantrieb auch in [die] Kernmarken“ einzuführen. Laut Krüger fokussiere sich BMW bei der Entwicklung seiner elektrifizierten Fahrzeuge darauf, „ein Optimum aller relevanten Eigenschaften Reichweite, Sicherheit sowie Dauer und Haltbarkeit der Batterie“ zu erreichen.

An Wasserstoff hängt BMW auch 17 Jahre nach dem Hydrogen 7 weiterhin fest. So arbeitet BMW parallel an der Brennstoffzelle, die sich (angeblich) „besonders für größere Baureihen und lange Distanzen“ eigne. Eine Kleinserie soll es 2021 geben, ab 2025 dann Fahrzeuge mit Brennstoffzelle auch zum regulären Kauf.

Zwei elektrische BMW in den kommenden Jahren

BMW kündigte an, einen vollelektrischen MINI 2019 auf den Markt zu bringen. 2020 soll dann ein vollelektrischer BMW X3 folgen. Die Technologie dafür wird selbst entwickelt: „Die Kompetenz rund um Elektromotoren, Leistungselektronik oder Batteriezellen behalten wir in unserer Hand“. Laut Krüger fahre das Unternehmen damit der Konkurrenz davon, denn „kein Wettbewerber hat eine höhere Eigenleistung bei Elektromobilität“. (Erneut haben damit deutsche Automobilmanager scheinbar Scheuklappen auf, denn Elektromobilität-Branchenprimus Tesla baut zum Beispiel seine Gigafactory mit eigener Batterieproduktion weiter massiv aus).

Anders als Audi unterstützt BMW Projekte für eine öffentliche Ladeinfrastruktur und beteiligt sich in Europa mit anderen Herstellern am Aufbau eines Netzes von Schnellladesäulen.

(Noch) keine Verabschiedung des Verbrennungsmotors

Die Bayern haben erkannt, und gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen im nächsten Jahrzehnt deutlich zunehmen wird. Allerdings will man sich nicht von wartungsintensiven und emmisionsstarken Verbrennungsmotoren verabschieden. Das Unternehmen will lediglich Fahrzeuge mit solchem Antrieb „bis 2025 durchgängig mit elektrischen Rekuperationssystemen von 12 und 48 Volt“ ausstatten.